Irgendwann trifft es jeden Urlaub: Die Koffer sind gepackt, die Mückenstiche verheilt, und die Realität klopft leise an die Wohnwagentür. Über 1.500 Kilometer trennen uns von Zuhause. Da wir mit dem Gespann unterwegs sind und uns strikt an die gemütlichen 80 km/h halten (naja zumindest so in etwa, ich schwimme mit den LKW´s mit je nach dem mit 85-90), beschränke ich die tägliche Fahretappe auf überschaubare 400 bis 500 Kilometer. Ich habe keine hat Lust, völlig gerädert am Zwischenstopp anzukommen. Also teilen wir die Strecke durch Polen und das Baltikum in entspannte Etappen auf.
Die Autobahnen in Polen sind mittlerweile glücklicherweise bestens ausgebaut. Es rollt also vor sich hin, auch wenn die monotone Pistenfahrerei auf Dauer etwas Geduld erfordert. Leider versagt das mein Navi (Google Maps ist aber auch nicht besser) immer mal wieder in Polen. Es wurden viele Strassen neu gebaut, andere sind gesperrt und die Baustelle ist nicht bekannt – also immer wieder kritisch hinterfragen wo will das Auto denn nun hin fahren :-).
Zwischenstopp 1: Durchatmen in Litauen (Camping Pasvalys)

Unser erster echter Etappenhalt führt uns nach Litauen auf den Camping Pasvalys im gleichnamigen Ort. Der Platz liegt zwar praktisch direkt an der viel befahrenen Via Baltica, ist aber erstaunlich gut nach hinten versetzt, sodass man von dem sonst üblichen Fernstraßenlärm erfreulich wenig mitbekommt.
Es handelt sich um einen eher kleineren, überschaubaren Platz, auf dem man sofort entschleunigt. Alles Wesentliche ist vorhanden – von sauberen Sanitäranlagen bis hin zur Versorgung/Entsorgung für das Gespann. Das charmante Highlight: Ein kleines, gemütliches Camper-Kaffee direkt auf dem Gelände. Hier haben wir uns abends noch ein günstiges, kühles Bier gegönnt und eine Kleinigkeit gegessen. Solide, lecker und genau das Richtige nach den ersten Kilometern auf der Straße.
- Fakten zum Platz: Kleiner, gepflegter Zwischenstopp; ebene Parzellen; Strom- und Frischwasseranschluss vorhanden; gemütliches Bistro/Café mit Snacks und Getränken zu fairen Preisen.
Zwischenstopp 2: Abenteuer-Rangieren in Polen (Camperpark Łomża)




Am nächsten Morgen ging es früh weiter in Richtung Polen. Plan war es, auf halber Strecke nach Auschwitz irgendwo im Raum Łomża Halt zu machen. Die Suche nach einem Stellplatz führte uns schließlich zum Camperpark Łomża.
Nun ja, sagen wir es so: Der Name lässt definitiv mehr erwarten, als einen dort vor Ort tatsächlich erwartet. Für ein Gespann ist bereits die Einfahrt eine kleine sportliche Herausforderung – es geht ziemlich eng zu, da ist beim Rangieren Zentimeterarbeit gefragt. Sanitärtechnisch setzt man hier auf Minimalismus pur: Eine Toilette und eine Dusche, die in Dixi-Häuschen verbaut sind. Es ist zwar prinzipiell alles da, was man für eine Nacht zwingend braucht, aber mit 30 Euro pro Nacht schlägt der Platz für das gebotene Niveau doch überraschend kräftig zu Buche. Zudem zieht sich die Straße direkt am Platz entlang. Das sorgt zwar für eine extrem einfache Verkehrsanbindung, schenkt einem aber auch eine durchgehende Geräuschkulisse. Fazit: Für eine reine Zwischenübernachtung völlig okay – wir haben es überlebt!
- Fakten zum Platz: Enges Areal (Vorsicht bei langen Gespannen); Grundausstattung vorhanden; Sanitärbereich in Bauwagen-/Dixi-Kabinen; direkt an der Hauptstraße gelegen; preislich im oberen Segment für einen reinen Transitplatz.
Endspurt vor der Haustür: Entspannen beim Camping Polanka
Von Łomża aus steuerten wir schließlich die Gegend rund um Auschwitz an und landeten auf dem Camping Polanka. Preislich bewegt sich der Platz in einem ähnlichen Rahmen wie unser Vorgänger in Łomża, bietet dafür aber einen völlig anderen Gegenwert.




Die Sanitäranlagen sind top modern, blitzsauber und äußerst gepflegt. Der Platz selbst ist wunderschön grün angelegt und die Betreiber empfangen einen mit einer Herzlichkeit, die man nach einem langen Tag am Steuer richtig zu schätzen weiß. Hier verbringen wir nun die letzten Tage unserer Reise, lassen die Eindrücke aus Estland noch einmal in Ruhe Sack sacken und tanken Kraft, bevor es am Samstag in einem letzten großen Ritt vollends zurück nach Hause geht.
- Fakten zum Platz: Sehr schöne, grüne Stellflächen; hervorragende und moderne Sanitärgebäude; sehr freundliches, hilfsbereites Team; idealer Ausgangspunkt für Erkundungen in der Region oder als erholsamer Abschlussstopp.
Heute habe ich keine Lust mehr zu schreiben, deshalb erscheint der Beitrag erst morgen.
