Gestern am späten Nachmittag sind wir auf dem Kaunas City Camping (am See) angekommen. Ein klassischer Stadtcampingplatz: eng, zweckmäßig und ohne großen Schnickschnack. Dafür besticht er durch seine Nähe zum Zentrum – und durch das unvergleichliche Klientel, das man auf solchen Plätzen antrifft!


Für beste Unterhaltung auf dem Platz war auf jeden Fall gesorgt: Da wäre zum einen die Besatzung eines imposanten Concorde Centurion Wohnmobils, die meinen ersten Gruß noch geflissentlich ignorieren konnte (Spoiler: Heute Morgen gab es dann doch noch einen überraschend netten Plausch).
Zum anderen trafen wir auf ein sympathisches Team mit einem mächtigen 4×4-Expeditions-LKW aus Bamberg. Ihr augenzwinkernder Kommentar zu ihrem Aufenthalt auf einem Stadtcampingplatz: „Wir stehen sonst eigentlich NIE auf solchen Plätzen – nur heute, weil wir mal in die Stadt wollen … sonst fahren wir nur dahin, wo garantiert niemand hinkommt!“ (Spoiler: Die zwei hatten nicht nur eine gute Ausrede, sondern auch direkt einen fantastischen Geheimtipp für einen Stellplatz in Tallinn parat, bevor sie weiter zum Stadtcamping nach Vilnius düsten).
Sonntagsmodus in Kaunas: O-Busse, Architektur & Kulinarik
Heute am Sonntag ließen wir es erst einmal entspannt angehen. Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den Weg ins Stadtzentrum.
Was einem in Kaunas direkt im Straßenbild auffällt: Hier ziehen noch echte O-Busse (Oberleitungsbusse) ihre Runden! Ein Anblick mit Seltenheitswert, denn diese umweltfreundlichen, an Strippen geführten Busse sind in Westeuropa inzwischen fast komplett aus dem Stadtbild verschwunden. In Kaunas gehören sie aber ganz selbstverständlich zum bunten Alltagsbild.


Auf dem Weg ins Zentrum gab es außerdem noch einen kurzen Fotostopp am bekannten Office Center 1000 (auch bekannt als „Banknote Building“). Die Fassade des Gebäudes besteht aus tausenden Glasplatten und stellt eine historische 1.000-Litas-Banknote aus den 1930er-Jahren dar – extrem beeindruckend aus der Nähe!
In der Stadt angekommen, hat uns Kaunas direkt verzaubert: Die Altstadt ist zwar kompakt, aber wirklich wunderschön und beherbergt eine imposante mittelalterliche Burg. Nach einem gemütlichen Bummel durch die Kopfsteinpflastergassen gab es erst einmal eine Stärkung: Koldūnai – eine litauische Spezialität, die sehr an osteuropäische Pelmeni erinnert. Unglaublich lecker!







Den Rest des Tages nutzen wir jetzt, um die Füße hochzulegen und die Kraftreserven aufzutanken. Denn morgen geht es schließlich weiter in Richtung Zielgebiet: Estland, wir kommen!
