Dieses Jahr nehmen wir uns das Baltikum vor – mit besonderem Fokus auf Estland (frei nach Geier Sturzflug: „… solange es noch steht“). Statt gemütlich auf die Fähre zu rollen, haben wir uns für den Landweg durch Polen entschieden.
Das hieß für uns erst einmal: Maut zahlen! Da unser Gespann aus Auto und Wohnwagen die 3,5-Tonnen-Marke knackt, fielen wir noch unter die bisherige Mautpflicht. Ende September stellt Polen dieses System allerdings um. Daher erspare ich euch an dieser Stelle die Details zu diesem mehrstufigen und nicht gerade intuitiven Registrierungsprozess – bis ihr das lest, ist es eh Geschichte! Für die knapp 1.000 km durch Polen haben wir auf der Hinfahrt rund 77,00 Euro hingelegt.
Dafür rollt man mittlerweile fast durchgehend auf einer mindestens zweispurigen, oft sogar dreispurigen Autobahn. Wobei ich ehrlich gesagt bezweifle, dass dieser gigantische Straßenausbau primär für uns Wohnwagen-Touristen gedacht ist. Vielmehr schaffen Litauen und Polen hier wohl die nötige Infrastruktur, um im Ernstfall schnell militärisches Gerät zur Suwałki-Lücke verlegen zu können. Wer weiß schließlich schon, auf welche Ideen Herr Putin als Nächstes kommt …
Stau um Breslau & Idylle in der Pampa
Durch den durchgehenden Autobahnausbau kommt man zwar zügig voran, landschaftlich ist die Strecke allerdings etwas eintönig geworden. Für unsere erste Etappe von ca. 630 km hatten wir die Zeit leider etwas zu optimistisch kalkuliert: Nach einigen zähen Staus rund um Breslau erreichten wir erst gegen 20:30 Uhr unser Tagesziel – den Campingplatz Bumerang.



Der Platz liegt zwar mitten in der Pampa, aber praktischerweise nur knapp 10 km von der Autobahnabfahrt entfernt. Hier erwartet einen ehrliches Camping auf dem Bauernhof, betrieben von einem herzlichen älteren Ehepaar. Wir waren schon vor ein paar Jahren einmal hier. Die Ausstattung ist sehr simpel gehalten, aber die Gastfreundschaft und die absolute Ruhe (ergänzt durch das muntere Krakeelen von Hahn und Gänsen 🐓🪿) machen den Zwischenstopp jedes Mal wieder zu einem Highlight.
Weiter nach Litauen: Ab durch die Zeitzone
Die Weiterfahrt nach Kaunas verlief am nächsten Tag völlig entspannt. Einzig an der Grenze wartete eine kleine Überraschung auf uns: die spontane Zeitumstellung! Wer nicht ständig Richtung Osten reist, vergisst leicht, dass die baltischen Länder uns eine Stunde voraus sind (+1 Stunde EEST).
Fazit der ersten Etappen: Der Motor läuft, der Wohnwagen steht gerade und die baltische Gelassenheit hat uns schon jetzt gepackt. Im nächsten Beitrag nehme ich euch mit nach Kaunas – bleibt dran!
