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Regen, schon wieder Biber und die Ruhe von Saaremaa: Inselstart am estnischen Unabhängigkeitstag

Pünktlich mitten in der Nacht setzte der Regen ein – und zwar so gründlich, dass wir am Morgen beim Aussteigen direkt in einer 10 cm tiefen Pfütze standen. Ich bin mir recht sicher, dass die Biber im Gebüsch schon mit der Stoppuhr warteten, um das Areal umgehend als neues Feuchtgebiet zu übernehmen, sobald wir endlich die Segel streichen.

Für den kurzen Weg zur Dusche hatte der Himmel dann aber ein Einsehen und legte eine Pause ein. Und man muss es dem Campingplatz lassen: Die Badkabinen sind mit gut 10 Quadratmetern inklusive Fußbodenheizung echt eine Wucht. Den Luxus kennt man sonst eher von Sterne-Campingplätzen.

Nach einem gemütlichen Frühstück im Trockenen – unsere Fähre war schließlich erst für 13:30 Uhr gebucht – zeigte sich zur Abfahrt sogar wieder die Sonne. Unser Ziel heute: die Insel Saaremaa.

Überfahrt nach Saaremaa

Die Fahrt zum Fährhafen in Virtsu dauerte knapp eine Stunde, und die Abwicklung dort ist fantastisch tiefentspannt: Die Tickets werden vollautomatisch über das Autokennzeichen gescannt, woraufhin man direkt in die passende Wartespur dirigiert wird. Weil alles so reibungslos lief, durften wir sogar spontan eine Fähre früher an Bord rollen.

  • Gut zu wissen: Saaremaa ist die größte Insel Estlands (und die viertgrößte der Ostsee) mit einer Küstenlinie von über 800 Kilometern. Bekannt ist sie vor allem für ihre unberührte Natur, dichten Kiefernwälder, charakteristischen Windmühlen und den spektakulären Kaali-Meteoritenkrater.

Feiertag im Ferienpark

Auf Saaremaa angekommen, steuerten wir für die nächsten Tage den Ferienpark Suur Töll an. Das Tor stand sperrangelweit offen, nur von Personal oder anderen Gästen war weit und breit nichts zu sehen. Da dämmerte es uns: Heute ist der 20. August – der Tag der Wiederunabhängigkeit Estlands!

  • Hintergrund: Am 20. August 1991 erklärte Estland während des gescheiterten Augustputschs in Moskau seine formelle Unabhängigkeit von der Sowjetunion zurück. Der Tag ist ein nationaler Feiertag, an dem im ganzen Land das Leben verständlicherweise ein paar Gänge zurückgeschaltet wird.
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Das Restaurant auf dem Platz hat heute zwar geschlossen, aber da Strom und Sanitärräume voll nutzbar sind, haben wir uns einfach einen schönen Stellplatz gesucht. Bis jetzt sind wir die einzigen Gäste weit und breit. Morgen wird schon jemand vorbeischauen, um zu kassieren.

Abendspaziergang nach Kuressaare

Da es heute witterungsbedingt kaum vorzeigbare Fotos von unterwegs gab, halten wir zumindest das Abendessen fest. Auf Empfehlung unserer KI-Assistenz Gemini haben wir uns ein Restaurant in Kuressaare herausgesucht – und der Tipp war ein Volltreffer! Es ging ins Saaremaa Veski, wo wir hervorragend gegessen haben.

  • Das Restaurant Saaremaa Veski: Das Lokal ist in einer historischen holländischen Steinwindmühle aus dem Jahr 1899 untergebracht. Sie ist das älteste durchgehend betriebene Speiselokal der Stadt und gehört seit Jahren zu den Top-100-Restaurants Estlands. Serviert werden regionale Insel-Spezialitäten, lokal gebrautes Bier und hausgemachte Schnäpse aus eigener Herstellung. Über alle fünf Etagen der Mühle verteilt gibt es zudem kleine Ausstellungen zur Geschichte des Gebäudes.
  • Fakten zu Kuressaare: Das beschauliche Städtchen zählt knapp 13.000 Einwohner und ist vor allem für seine hervorragend erhaltene Bischofsburg aus dem 14. Jahrhundert bekannt, die imposant von einem Wassergraben umgeben ist. Zudem gilt der Ort seit dem 19. Jahrhundert als traditionsreiches Schlamm- und Heilbad.

Ein wirklich niedlicher Ort mit ganz eigenem Charme – und mit dem perfekten kulinarischen Einstand für unsere Tage auf der Insel.