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Natur pur im Soomaa-Nationalpark – Und warum man Mücken nie unterschätzen sollte

Heute stand Natur auf dem Programm. Wir haben den Soomaa-Nationalpark angesteuert – eine beeindruckende, weitläufige Moor- und Flusslandschaft im Südwesten Estlands, die vor allem für ihre gewaltigen Überschwemmungen im Frühjahr (die sogenannte „fünfte Jahreszeit“) bekannt ist. Wenn hier der Schnee schmilzt, steht das Land stellenweise einen halben Meter unter Wasser. Ein absolutes El Dorado für Biber – und, wie wir feststellen durften, für Blutsauger aller Art.

Erster Anlaufpunkt war das Nationalparkzentrum: wirklich schön gemacht, sehr informativ und eine gute Orientierungshilfe für die unzähligen Wandermöglichkeiten, die es hier gibt.

Auf Holzbohlen durchs Moor: Der Biberpfad

Wir haben uns für den Biberpfad entschieden. Der Weg führt größtenteils entspannt über Holzbohlen direkt durchs Hochmoor. Die Spuren der eigentlichen Hauptdarsteller sieht man überall: angenagte Stämme, aufgestaute Gräben und frische Biberburgen. Die Architekten selbst haben sich allerdings vor uns versteckt – wahrscheinlich hielten sie bereits ihren gewohnten Nachmittagsschlaf.

Botanisch ist es jetzt im Spätsommer etwas ruhiger geworden. Die große Blütezeit der meisten Moorplanzen ist durch, nur das Buschwindröschen hielt noch wacker die Stellung. Ansonsten dominiert die typische, urige Moorvegetation aus Sumpfgras, Heidi-Kräutern und teppichartigen Moosschichten in allen erdenklichen Grüntönen.

Was es allerdings im Überfluss gab: Mücken. Bei der ganzen Feuchtigkeit im Moor eigentlich keine Überraschung, aber sie haben es wirklich ernst gemeint. Wer hier ohne Insektenschutz unterwegs ist, lernt schnell, zügig zu gehen.

Wetter-Glück und ein pitsch-nasser Wohnwagen

Das Wetter meinte es heute eigentlich gut mit uns. Es war leicht bewölkt und die Regenschauer zogen den ganzen Tag über brav um uns herum – genau dorthin, wo wir gerade nicht waren. Ganz ohne Wasser kamen wir dann aber doch nicht davon: Als wir zum Gespann zurückkehrten, stand fest, dass der Schauer zumindest unseren Wohnwagen treffsicher erwischt hatte. Der war einmal komplett klatschnass geregnet, während wir trocken geblieben sind. Man muss auch mal Prioritäten setzen.

Blick nach vorn: Saaremaa ruft

Morgen setzen wir über auf die Insel Saaremaa. Da die Esten am Wochenende selbst liebend gerne auf die Insel flüchten, um die Seele baumeln zu lassen, sind die Fähren von Freitag bis Sonntag im Grunde dicht. Wir haben daher vorausschauend gehandelt: Die Fähre ist für Donnerstag gebucht, zurück geht es dann erst am Montag.

Jetzt heißt es erst einmal Geduld beim Mückenstich-Kratzen beweisen und die Siebensachen für die Überfahrt packen.