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Ausschlafen in Pärnu: Von Holzhäusern, Umlauten und kalter Ostsee

Dank der extremen Ruhe auf dem Campingplatz haben wir heute erst einmal unverschämt lange ausgeschlafen. Die Sonne meinte es gut mit uns, also gab es ein ausgiebiges Frühstück direkt vor dem Wohnwagen.

Wir sind jetzt also offiziell in Estland angekommen! Flächenmäßig ist das Land zwar gar nicht so winzig, zählt aber mit seinen rund 1,3 Millionen Einwohnern zu den am dünnsten besiedelten Ländern Europas – und ist flächen- wie auch populationstechnisch der kleinste der drei baltischen Staaten. Für Camper wie uns heißt das vor allem eines: ganz viel Platz und verdammt viel Natur.

Sommerhauptstadt im Entspannungsmodus

Unser Ziel war heute also Pärnu. Das Städtchen gilt als die offizielle „Sommerhauptstadt“ Estlands. Das klingt im ersten Moment nach riesigem Trubel, entpuppt sich vor Ort aber als erstaunlich entspanntes Küstenbad. Pärnu ist vor allem für seinen langgezogenen Sandstrand, seine traditionsreiche Kurkultur und die charmante Mischung aus moderner Architektur und bunten Holzhaus-Villen bekannt.

Wir haben uns beim Bummel durch die Fußgängerzone treiben lassen – die Haupteinkaufsstraße heißt hier Rüütli tänav. Das Stadtbild ist wirklich charmant: Auf ein paar Schritte folgt skandinavische Moderne, gleich daneben stehen wieder die typischen alten nordischen Holz-Villen.

Was mir unterwegs immer wieder ins Auge sticht, ist die estnische Sprache: Das sieht für ungeübte Augen verdammt nach Finnisch aus. Überall wimmelt es nur so von Umlauten (ä, ö, ü, õ) und Doppel-Vokalen. Bei den Selbstlauten wird hier definitiv nicht gespart! Trotz der Nähe zum Finno-Ugrischen ist die russische Sprache im Alltag aber weiterhin unübersehbar: Speisekarten, Hinweisschilder und Beschreibungen sind fast durchgehend dreisprachig aufgebaut – Estnisch, Russisch und Englisch.

Kirchen & ein kühles Fußbad

Ein bisschen Kultur stand natürlich auch auf dem Zettel:

  • St. Elisabeth-Kirche (Elisabeti kirik): Eine schlichte, aber sehr elegante lutherische Barockkirche mitten im Zentrum.
  • St. Katharinen-Kirche (Katariina kirik): Eine imposante russisch-orthodoxe Kirche mit ihren charakteristischen grünen Kuppeln.
  • Verklärungskirche (Issandamuutmise kirik): Eine weitere wunderschöne russisch-orthodoxe Ziegelkirche mit reich verziertem Innenraum.

Zum Abschluss gab es noch einen Abstecher an den Strand. Die Ostsee hatte heute stolze 19 Grad Wassertemperatur. Das mag für abgehärtete Einheimische ein Grund zum Jubeln sein, für uns war es dann aber doch eher die Kategorie „Schön anzusehen, aber die Badehose bleibt im Schrank“.

Jetzt geht es wieder zurück zum Wohnwagen – Beine hochlegen und den Abend entspannt ausklingen lassen.

Weisheit des Tages: Ein Campingplatz voller Finnen (gestern) ist deutlich leiser als ein Campingplatz voller Deutscher (heute Abend) 🙂

Bier des Tages:

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